Verkaufspreis Immobilienmakler vs. selbst vs. Internetmakler (z. B. Makelaarsland)
Wer sein Haus verkaufen möchte, steht vor einer wichtigen Entscheidung: einen traditionellen Immobilienmakler beauftragen, einen Fixpreis-Makler wie Makelaarsland nutzen oder alles komplett selbst machen. Diese Wahl wirkt sich nicht nur auf die Kosten aus, sondern auch auf den letztendlichen Verkaufspreis. Was sagen die Zahlen?

Komplett selbst verkaufen: Ersparnis oder Verlust?
Die Idee, ganz ohne Makler zu verkaufen, klingt attraktiv: keine Provision, volle Kontrolle. Verschiedene kommerzielle Websites behaupten, dass Häuser ohne Makler im Durchschnitt 11% weniger einbringen als Immobilien, die über einen Makler verkauft werden. Eine fundierte unabhängige Studie, die diese Zahl belegt, konnte ich jedoch leider nicht finden. Es handelt sich um eine Behauptung, die häufig wiederholt wird, aber ohne nachvollziehbare Quelle.
Was hingegen plausibel ist: Ohne Makler fehlt dir Reichweite (als Privatperson kannst du deine Immobilie nicht selbstständig auf Funda einstellen), und du läufst Gefahr, in den Verhandlungen weniger stark dazustehen. Ob das tatsächlich zu einem niedrigeren Verkaufspreis führt — und wie viel niedriger dieser wäre — lässt sich auf Basis der verfügbaren Forschung nicht eindeutig belegen. Die Frage ist also nicht nur, wie viel du bei den Maklerkosten sparst, sondern auch, ob du im Gegenzug einen geringeren Erlös akzeptierst.
Fixpreis-Makler versus traditioneller Provisionsmakler
Interessanter ist der Vergleich zwischen einem Fixpreis-Makler und einem traditionellen Makler, der Provision verrechnet. Hier dreht die Forschung das erwartete Bild um. Eine groß angelegte Studie der Vrije Universiteit Amsterdam (Gautier, Siegmann & Van Vuuren, 2017), in der Verkaufsdaten von Millionen von Immobilien zwischen 1985 und 2011 analysiert wurden, zeigt, dass Makler mit Fixpreis Immobilien im Durchschnitt zu einem 2,7% höheren Preis verkaufen als Provisionsmakler — und noch dazu schneller. Faktoren wie Bürogröße, lokale Marktkenntnis und Erfahrung machten dabei keinen Unterschied: In allen Fällen schnitten die Fixpreis-Makler besser ab.
Eine mögliche Erklärung: Verkäufer, die die Besichtigungen selbst durchführen, kennen ihre Immobilie und die Umgebung am besten und können Käufer besser überzeugen. Außerdem fehlt bei einem Fixpreis der Anreiz, sich mit einem etwas niedrigeren Preis zufriedenzugeben, um den Verkauf rasch abzuschließen — eine Versuchung, die bei Provisionsmaklern durchaus eine Rolle spielt.
Was kostet ein traditioneller Makler?
Ein Full-Service-Makler verrechnet im Durchschnitt 1,38% Provision auf den Verkaufspreis, plus Startkosten von durchschnittlich €350 bis €750. Bei einer Immobilie im Wert von €400.000 liegen die Maklerkosten damit schnell zwischen €5.500 und €6.200. Makelaarsland und vergleichbare Anbieter arbeiten mit einem festen All-in-Tarif — unabhängig vom Verkaufspreis der Immobilie.
Fazit: das Beste aus zwei Welten
Die Zahlen zeigen ein auffälliges Muster. Komplett selbst zu verkaufen bringt zwar eine Kostenersparnis, geht aber mit einem deutlich niedrigeren Erlös einher. Ein traditioneller Makler kostet mehr und erzielt — anders als oft angenommen — nicht unbedingt einen besseren Verkaufspreis. Fixpreis-Makler wie Makelaarsland kombinieren niedrige Kosten mit einer nachweislich guten Verkaufsleistung.
Allerdings sollte man bedenken, dass die VU-Studie Daten nur bis 2011 umfasst. Auf dem heutigen angespannten Immobilienmarkt, auf dem viele Immobilien schnell und über dem Angebotspreis verkauft werden, können die Unterschiede geringer ausfallen. Als Ausgangspunkt für die Wahl einer Verkaufsmethode bieten die Forschungsergebnisse jedoch eine klare Orientierung.